Saturday, July 26, 2008

Transreport



Fünf in Rumänien geborene und jetzt in München lebende junge Künstlerinnen und Künstler am Anfang der Professionalität schlagen mit in Rumänien lebenden fünf jungen Künstlerinnen und Künstler, einer Choreografin/Performerin und einem Kunsttheoretiker mit dieser ersten Präsentation von Installationen, Malereien und Videoarbeiten eine Brücke zwischen München und der Heimat ihrer Kindheit. Die Projektvorbereitung fand während eines mehrmonatigen Stipendienaufenthaltes der Rumänen in der Villa Waldberta, dem internationalen Stipendiatenhaus der Stadt München in Feldafing, statt. Im Gegenzug wird im Oktober 2008 der zweite Teil der Projekts in Rumänien stattfinden.

Die Ausstellung “transreport” trägt den Untertitel: Fortschreitende Fassaden - und ihre Unverzichtbarkeit "Warum fortschreitende Fassaden? Allein schon deshalb, weil jeder weiß und impliziert, was eine Fassade ist - weil viele sich welche bauen oder aufsetzen und weil man sich an manchen (vielen) Orten über ihr Fehlen wundert. Oder über ihre Vernachlässigung, die orts- und kulturbedingt von Fall zu Fall unerwünscht zu sein scheint. Und weshalb sprechen wir hier von ihrer Unverzichtbarkeit? Weil irgendwo, irgendwann ganz bestimmt eine Fassade gebaut oder zumindest herbeigesehnt werden wird, entweder eine alte, baufällige, unauffällige, hinter der man sich verstecken und in Ruhe seinen Geschäften nachgehen kann, oder eine neue, strahlende, saubere, gesunde Fassade, mit der man protzen oder hinter der man sich seiner Sache und seiner Haut sicher ist. Um über einige der Künstlerinnen und Künstler und die Sicherheit der eigenen Haut zu sprechen, Florin Bobu, beispielsweise, spielt in einer seiner Installationen mit den Assoziationen, die ein jeder mit einem Heizkörper verbindet. Wärme, Geborgenheit, Sicherheit, Zuhause, das ist die eine Seite, die der warmen Heizung, auf der anderen steht die Kälte, Unsicherheit, Bedrohung der Gesundheit, und vielleicht sogar die Mittellosigkeit, wenn man sich die Wärme nicht leisten kann. Jeder kennt das Gefühl, wenn die Heizung nicht läuft, ihre kalte Erscheinung, ihre Lächerlichkeit. Die Installation besteht aus mehreren Heizkörpern und einer Videospur, in der man ihn selbst ausgezogen hinter der Heizung sieht, als würde er Schutz suchen, und natürlich denkt man auch an Zeiten und Orte in der Geschichte, in und an denen Kälte sowohl körperlich als auch geistig herrschte. Durch sehr einfache Mittel entsteht hier ein Bild, dessen Aussage sich sowohl auf menschliche Mikro- als auch Makrostrukturen bezieht.

Wie Florin Bobu, wirft auch Johanna Zey einen Blick hinter die Fassaden. Auch sie arbeitet mit unterschiedlichen Medien. Im harten, jedoch noch ungeschliffenen Blick der jungen Künstlerin, widerspiegelt sich der hohe Grad an Subjektivität, den sie in sich und den anderen zur Geltung bringt. Ihre bisherigen kinetischen Arbeiten, herumkriechende Müllhaufen, ein sich selbsttätig als „Qualle“ bewegendes Regenschirm-Skelett, die zu einem Stilleben aufgebauten, Küchengeschichten erzählenden Gegenstände, bauen eine Brücke zwischen der Notwendigkeit des Alltäglichen und dem Fortlauf der Zeit." (Auszug aus dem Konzept, 2007)



Florin Bobu / Iasi
Eduard Constantin / Bukarest
Cristina David / Bukarest, Isaac Cima / Schweden, Arne Vinnem / Norwegen
Andrea Faciu / München
Ioan Grosu / München
Nita Mocanu / Arad
Ciprian Muresan / Cluj
Frank Stürmer / München
Tim Wolff / München
Johanna Zey / München &
Ioana Mona Popovici, Choreografie & Performance / Prag
Vlad Morariu, Kunsttheorie / Iasi

Eröffnung von transreport
25. Juli 2008, 19:00 Uhr Es feiern mit:
Tovarasu Tim, Toma Trei &
special guests

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